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When to interrupt?

seerow pflegt ein angenehmes und anregendes Arbeitsklima. Von Beginn an war eine offene Kommunikations- und Arbeitskultur sowie gegenseitige Unterstützung wichtig. Wir sind überzeugt, dass dadurch eine höhere Qualität und mehr Arbeitsfreude erreicht wird.

Wie in allen Berufszweigen hat auch die Informatik ihre eigenen Arbeitsrhythmen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Tasks in zwei Kategorien eingeteilt werden können. Auf der einen Seite stehen die einfachen und kurzen Aufgaben, welche ohne grosse Einarbeitungszeit erledigt werden. Die benötigte Konzentration ist bei einem Unterbruch leicht wieder zu erreichen. Anders ist es bei Aufgaben, welche über komplexe Strukturen verfügen und während einer gewissen Zeitspanne hohe Konzentration fordern. Eine Unterbrechung während hoher Konzentration kann zur Folge haben, dass bei Wiederaufnahme der Arbeit die nächsten 10 bis 15 Minuten benötigt werden, um wieder in die komplexe Struktur einzutauchen. Dies führt nicht nur zu einem Zeitverlust, sondern fördert auch Frustration und Stress am Arbeitsplatz.

Somit besteht ein Konfliktpotential bei unserer Arbeitsweise, welche wir erpicht sind zu verbessern.  Bei unserem letzten Tech-Talk widmeten wir uns deswegen diesem Thema und versuchten besser zu verstehen, wie wir unsere Zusammenarbeit verbessern können.

Anbei unsere Erkenntnisse der Diskussion:

Regeln der Zusammenarbeit – Wann soll eine Frage gestellt werden?

Wie wichtig ist eine offene Frage für mich und wie wichtig für mein Gegenüber. Störe ich meinen Kollegen, wenn ich diesen unterbreche, oder können danach beide gemütlich weiterarbeiten? Zuerst sollte jede Frage kurz bewertet werden. Bringt sie die eigene Arbeit nicht komplett zum erliegen, sollte eine natürliche Pause des Gegenübers abgewartet werden. Das kann eine Kaffeepause oder ähnliches sein. Hingegen sollte ein Problem oder eine Frage zwingend gestellt werden, wenn diese nicht gelöst werden kann oder ein Blocker für die eigene Arbeit ist.

Für die Umsetzung haben wir zu beginn zwei simple informelle Regeln ausgearbeitet, welche bereits nach kurzer Zeit eine Produktivitätssteigerung, weniger Stress und mehr Arbeitsfreude ohne Mehraufwand brachten:

  • Über einen Messenger die Frage stellen ob Zeit vorhanden ist anstelle von einer Störung des Arbeitskollegen
  • Visuell „Nicht Stören“ signalisieren – das kann eine Figur auf dem Pult sein oder eine angeschaltete Lampe, der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Das Ziel ist es, den anderen zu zeigen, in welcher Phase man sich gerade befindet. Ausserdem hilft dies dem Unterbrechenden, die Wichtigkeit des Störens abzuwiegen. „Soll ich nun seine Arbeit unterbrechen, oder hat die Frage oder das Problem noch etwas Zeit und ist nicht so dringend?“.

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass wenn eine Sensibiliserung gegenüber dem eigenen Verhalten im Team entsteht, bereits ein grosser Schritt zu überragender Kommunikation geschafft ist.

Team Fortschritt gegenüber individuellen Kosten

Mit der häufigste Grund für Unterbrechungen sind bei uns Fragen bezüglich Implementationen, Code-Strukturen, aber auch Katzenvideos. Katzenvideos haben (meistens) keine Priorität, Implementations- und Code-Fragen hingegen haben Einfluss auf den Fortschritt des Teams. Wir sind der Ansicht, dass eine Gruppe Programmierer sich dann verbessert, wenn das Wissen geteilt wird und der Fortschritt aktiv gesucht wird. Wie können beispielsweise komplexe Implementationen gelöst werden und wie könnte eine effizientere Implementierung aussehen? Aus diesem Grund haben wir uns neben den Tech Talks entschieden regelmässige KnowHow Transfers durchzuführen. Dazu gehört es auch Fragen über Implementationen der Person zu stellen, welche die grösste Expertise in einem spezifischen Gebiet hat. Doch was ist nun, wenn sich dadurch eine Person bedrängt fühlt, oder konstant gestört wird? Wir mussten feststellen, dass hier keine einfache Lösung gefunden werden kann und eine Antwort nicht möglich ist. Selten sind zwei Situation die selben. Doch wir stehen hinter dem Grundgedanken, dass ohne die Mitarbeit von jedem das Team weniger Fortschritte erfährt.

TL;DR: Fazit

Interruptions können im Arbeitsumfeld störend wirken, frustrieren und die Produktivität hemmen. Deswegen ist es für uns wichtig, dass wir unsere offene Arbeitskultur bewahren können, aber dennoch dem Einzelnen die nötige Freiheit geben. Für uns geht die Lösung aus dem Dialog heraus. Jeder sollte für sich seinen Arbeitsrhythmus kennen und diesen seinen Kollegen mitteilen. Fixfertige Lösungen gibt es selten, weswegen wir die Kommunikation im Team als Fazit ansehen. Desto umfangreicher die  Kommunikation und Sensibilisierung gegenüber dem Thema „Interruptions“ ist, desto mehr rückt das Thema in den Arbeitsalltag.

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